Freizeit Tipps fürs Ruhrgebiet: Ausstellungen, Kunst, Kunsttermine 2010 im Ruhrgebiet:

 

Ausstellung: "Sternstunden - Wunder des Sonnensystems" vom 02.04.2009 - verlängert bis 30.12.2010 im Gasometer Oberhausen
Seit Jahrtausenden betrachten die Menschen das Himmelsgewölbe um zu erfahren, wie die Bewegung der Sterne mit ihrem Schicksal verbunden ist.
Die Ausstellung „Sternstunden“ nimmt ihre Besucher mit auf eine Reise in den Kosmos. Sie zeigt unser Sonnensystem als gewaltigen Prozess des Werdens und Vergehens. Spektakuläre Nachbildungen des Planetensystems, außergewöhnliche Bilder der Sonne, der Planeten und ihrer Monde, kostbare historische Instrumente sowie die modernste Technologie der Weltraumforschung führen uns anschaulich das Drama der Geburt und der Entwicklung unseres Sonnensystems vor Augen - bis zu seinem Ende. Die Ausstellung "Sternstunden" verbindet naturwissenschaftliche, kulturgeschichtliche und künstlerische Sichtweisen und spricht dadurch das Denken und die Sinne gleichermaßen an. Sie bietet neue Erkenntnisse und ästhetischen Genuss.
Die kosmischen Dimensionen spiegeln sich dabei in der einzigartigen Größe der Ausstellungshalle: dem Gasometer Oberhausen. Unterhalb der ehemaligen Gasdruckscheibe beginnt die Ausstellung mit einer raumgreifenden Inszenierung: Die Sonne und ihre Planeten schweben dort wie auf einer Scheibe in einem 68 Meter weiten Raum. Großformatige Bilder, entstanden auf den neuesten amerikanischen und europäischen Weltraummissionen, zeigen unser Sonnensystem, seine Entwicklung und seine wunderbare Vielgestalt. Infos


Planetensystem und Exponate
auf der unteren Ausstellungsebene

Ausstellung: Russische Avantgarde Teil 2 im Kölner Museum Ludwig vom Febr. - Aug.2010
Im Museum Ludwig befindet sich eine der international größten Sammlungen von Werken Kasimir Malewitschs. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wird das gesamte Malewitsch Konvolut zu sehen sein. Die Gemälde, Skulpturen und grafischen Arbeiten aus allen Schaffensperioden ermöglichen einen Einblick in die Entwicklung des Künstlers von der figurativen Kunst über die Abstraktion bis hin zur Gegenständlichkeit. Vier der Gemälde Malewitschs werden im Rahmen der Ausstellung kunsttechnologisch untersucht. Suprematistische Werke von Künstlern aus Malewitschs Umfeld ergänzen die Ausstellung. Infos


El Lissitzky, Sowjet-Presse, Entwurf für die „Pressa", 1927, © VG Bild-Kunst, Bonn 2009, Bild: RBA
Ausstellung: Jupp Lückeroth vom 11.10.2009 -  Sommer 2010 im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm
Das Gustav-Lübcke-Museum Hamm erhielt in den letzten Jahren zahlreiche Schenkungen, die die künstlerische Persönlichkeit des Malers und Sammlers Jupp Lückeroth in eindrucksvoller Vielfalt in Erscheinung treten lassen. Fast siebzig Arbeiten auf  Papier ergänzen den umfangreichen Bestand der Gemälde des Künstlers, die sein Schaffen über mehr als dreißig Jahre dokumentieren. Sie stammen aus dem Nachlass des Künstlers und ergänzen die Sammlung Lückeroth, die dem Haus bereits im Jahr 2003 als Schenkung übereignet worden war. Als bedeutende Spezialsammlung umfasst sie Werke von mehr als fünfzig führenden, aber auch wieder zu entdeckenden Malern des deutschen Informel, die der Maler als Korrektiv seiner eigenen künstlerischen Bemühungen zusammengetragen hatte.
Im Jahr der Graphik 2009 werden Jupp Lückeroths Arbeiten auf  Papier in spannungsreiche Beziehungen gesetzt zu den Werken von Hann Trier, Sonderborg und Gerhard Hoehme sowie weiterer informel arbeitender Künstler, die ebenfalls kürzlich als Schenkung in die Sammlung gelangt sind. Infos

Graphik mit dem Titel Skriptographie des Künstlers Jupp Lückeroth, 1961
Ausstellung: Robert Mapplethorpe vom 05.02. - 15.08.2010 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf 
Der 1946 geborene und 1989 verstorbene Robert Mapplethorpe ist einer der wenigen Künstler, denen es vergönnt ist, weit über die Grenzen der Kunstwelt hinaus bekannt zu werden. Er dominierte die Fotoszene des ausgehenden 20. Jahrhunderts und öffnete den Weg zur Anerkennung der Fotografie als Kunstform, er verankerte das homosexuelle Sujet in der Massenkultur; er entwarf in der Fotografie ein klassizistisches Bild vom meist männlichen Körper, das Eingang in die kommerzielle Fotografie fand. Insbesondere in den USA wurde sein Werk kontrovers diskutiert; bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurden Ausstellungen seiner Fotografien boykottiert, zensiert oder geschlossen. Umstritten waren stets seine radikalen Darstellungen von Nacktheit und sexuellen Handlungen. Insbesondere Sadomaso-Fotos führten dazu, dass es bei Ausstellungen Protestkundgebungen gab und Museumsdirektoren angezeigt wurden. In Japan hat das Oberste Gericht erst 2008 festgestellt, dass Mapplethorpes erotische Bilder nicht gegen das Pornografieverbot verstießen und damit einen acht Jahre lang beschlagnahmten Band mit Mapplethorpe-Fotografien freigegeben. Infos

Lisa Lyon 1981, All works © The
Mapplethorpe Foundation
Ausstellung: Russische Avantgarde Teil 2 vom 05.02. - 22.08.2010 im Museum Ludwig in Köln 
Im Museum Ludwig befindet sich eine der international größten Sammlungen von Werken Kasimir Malewitschs. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wird das gesamte Malewitsch Konvolut zu sehen sein. Die Gemälde, Skulpturen und grafischen Arbeiten aus allen Schaffensperioden ermöglichen einen Einblick in die Entwicklung des Künstlers von der figurativen Kunst über die Abstraktion bis hin zur Gegenständlichkeit. Vier der Gemälde Malewitschs werden im Rahmen der Ausstellung kunsttechnologisch untersucht. Suprematistische Werke von Künstlern aus Malewitschs Umfeld ergänzen die Ausstellung. Infos

Kasimir Malewitsch, Dynamischer Suprematismus Nr. 38, 1916, Bild: RBA.
Ausstellung: Ana Torfs - Album/Tracks A vom 27.02. - 18.08.2010 im K21 Ständehaus in Düsseldorf
Mit fünf großformatigen Diaprojektionen, mehreren Fotoserien und einem Gesangsprojekt für das Internet präsentiert K21 einen ersten musealen Überblick über das Werk der belgischen Künstlerin Ana Torfs (geb. 1963, lebt und arbeitet in Brüssel). Infos

Ana Torfs, Anatomy, 2006, Dia, © Ana Torfs
Ausstellungen: Starke Orte vom 06.03. - Dez. 2010 an ungewöhnlichen Orten im Ruhrgebiet
16 Künstlervereinigungen der Metropole Ruhr erarbeiten für ihre insgesamt dreizehn „Starken Orte“ ungewöhnliche künstlerische Interventionen, Installationen und Performances. Neben der Öffnung der Orte ist eine weitere Wirkung des Projekts, dass sich die Künstlervereinigungen der Metropole Ruhr nun gegenseitig einladen und über lokale Grenzen hinaus als Netzwerk aktiv werden.
Die Reise durch zwölf ungewöhnliche Orte beginnt im März im Luftschutzbunker Sodingen in Herne und endet im Dezember 2010 an einer Mauer in Dortmund.

Weitere Orte in: Bottrop, Duisburg, Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Witten, Lünen und Unna. Infos


Bochum (Turbinenhalle) / Foto: Engels & Krämer GmbH
Ausstellung: Alfred Hrdlicka - Wie ein Totentanz vom 07.03. - 15.08.2010 in der Grafiketage des Museum Morsbroich in Leverkusen
In dem Grafikzyklus Wie ein Totentanz – Die Ereignisse des 20. Juli 1944 beleuchtet der Ende 2009 verstorbene Alfred Hrdlicka (geb. 1928 in Wien) das Wesen und die Folgen der Gewalt. Er spannt über zwei Jahrhunderte deutscher Geschichte einen Bogen, der in den Ereignissen um das Hitler-Attentat 1944 kulminiert.
Der 1974 entstandene, 53 Blätter umfassende Zyklus bildet eine Zäsur im druckgrafschen Werk des Österreichers. Erstmals probiert Hrdlicka in diesem bis dato umfangreichsten Zyklus eine neue Erzähltechnik aus: Er folgt streng chronologisch den historischen Ereignissen und doch entfaltet sich durch die Auswahl der Situationen und die Gewichtung von Szenen eine Kommentarebene. Infos

(c) Alfred Hrdlicka, Acht Zigaretten pro Hinrichtung
Ausstellung: Helden - Von der Sehnsucht nach dem Besonderen vom 12.03. - 31.10.2010 im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen
Ob Herkules oder Schimanski, Jeanne d’Arc oder Lara Croft – jede Zeit und jede Kultur hat ihre Heldinnen und Helden. Sie werden gemacht, verehrt, gefeiert und gestürzt. Das zeigt die Ausstellung „HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen“, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen präsentiert.

850 Exponate erzählen Geschichten von Machern und Medien, von Arbeitern und Unternehmern, religiösen Vorbildern, gefeierten Sportlern und engagierten Helfern. Das Spektrum reicht von der Ritterrüstung bis zur Jacke von Tatort-Kommissar Schimanski, von der Bismarck-Büste bis zur lebensgroßen Figur der Cyberheldin Lara Croft, vom Grabstein aus dem Ersten Weltkrieg bis zum Blauhelm eines UNO-Soldaten, vom Transparent aus dem Hüttenkampf bis zum Baumhaus der Umweltaktivisten von „Robin Wood“.
Etliche Exponate kommen aus dem Herzen des Reviers, viele aus den europäischen Nachbarländern und einige sogar aus Übersee. Highlights im Bereich „Helden heute“ sind ein Stahlträger des Word-Trade-Center sowie der Helm eines Feuerwehmannes, der am 11. September 2001 in New York ums Leben kam. Und aus Australien stammen Wrackteile des Flugzeugs, in dem der „Rote Baron“ Manfred von Richthofen 1918 abgeschossen wurde. Infos


Superman vor Gebläsemaschine, LWL Industriemuseum Henrichshütte, Hattingen 2010
Ausstellung: elektrisierend! - Werbung für Strom von 1890 - 2010 vom 14.03. -05.09.2010 im Umspannwerk in Recklinghausen
Keine Farbe, keine Form, kein Geruch, kein Geschmack – wie verkauft man eigentlich Strom? Dieser Frage geht die Ausstellung „elektrisierend! Werbung für Strom 1890 bis 2010“ nach und erzählt die Geschichte, die hinter der Werbung steckt. Sie zeigt wie Elektrizitätswirtschaft und Elektroindustrie die Popularisierung der Elektrizität von Beginn an durch gezielte Werbeaktivitäten förderten und wie dadurch aus einem Luxusgut ein Massenprodukt wurde.

Über eine Vielfalt moderner Medien hat Stromwerbung unterschiedliche Adressaten angesprochen. In Beratungsstellen, durch Anzeigen, Plakate, Postkarten, Werbefilme usw. wurden Kunden aus Landwirtschaft, Gewerbe und Haushalt gewonnen. Die Werbebotschaften spiegeln kulturhistorische Trends, politische Einflussnahmen, gesellschaftliche Wertvorstellungen sowie alltagsgeschichtliche Entwicklungen wider.

Die Ausstellung bietet erstmalig einen systematischen Überblick zur Geschichte der Elektrizitätswerbung in Deutschland und spannt dabei den Bogen von der Werbung für Strom zur Werbung für Energieeffizienz. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband mit einer Bilddokumentation der Museumssammlung. Infos


Vignette, Elektrizität in jedem Gerät, 1926 / Vignette: Umspannwerk Recklinghausen. Museum Strom und Leben
Ausstellung: Ai Waiwei - Barely Something vom 19.03. - 10.09.2010 im Museum DKM und der Galerie in Duisburg 
Der chinesisches Künstler Ai Weiwei (geb. 1957) ist einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart Zugleich ist er eine öffentliche Person ersten Ranges. Geht es heute um China, um das ambivalente Faszinosum eines introvertierten Reiches, das sich der Globalisierung nicht nur öffnet, sondern zu ihrem maßgeblichen Schrittmacher wird, so ist Ai Weiwei aus der Diskussion nicht wegzudenken Dabei verfügt der Künstler über eine breite Palette von Ausdrucksformen. Zu diesen zählen objektbezogene und installative Arbeiten ebenso wie Architekturprojekte, und schließlich auch Formen des gesellschaftspolitischen Engagements. Ai Weiwei's Blog dokumentiert nicht nur tagebuchartig die Begegnungen und Erlebnisse eines "individuellen Bewusstseins", sondern nutzt die prekären Privilegien eines international bekannten Künstlers zur Artikulation und Mobilisierung einer regierungskritischen Öffentlichkeit in China. 
Die Ausstellung im DKM, realisiert anlässlich der Metropole Ruhr 2010, wird sich der Faszination, die von dieser schillernden Künstlerpersönlichkeit ausgeht, nicht entziehen. Dennoch gilt es mit einigen Klischees aufzuräumen, die aus einer allzu schlichten Betrachtung sowohl des chinesischen Reiches und seines politischen Systems als auch der poetischen Möglichkeiten eines globalen Künstlers erwachsen. Ai Weiwei ist weder der Dissident, dem man im Westen gern ganze Feuilletonseiten einräumt, noch Mr. Big, der Mann der großen ästhetischen Geste. Er ist das auch, er weiß die spektakulären Formate mühelos zu füllen, doch sind sie seiner konzeptuellen Intelligenz nicht wesentlich. Sie verraten mehr über westliche Projektionsmuster als über die Kunst. Infos
Ausstellung: Le Grande Geste! - Informel und Abstract Expressionism vom 10.04. - 10.08.2010 im museum kunst palast in Düsseldorf
Die Ausstellung Le grand geste! zeichnet mit 150 Gemälden den Weg und die künstlerische Entwicklung von Informel und Abstraktem Expressionismus nach: ein Weg, der von Frankreich und Amerika durch Deutschland, Italien, Holland, Spanien und andere europäische Länder führte.

Die künstlerische Avantgarde nach 1945 – zerrissen und desillusioniert, aber auch in höchstem Maße moralisch und existentiell motiviert – suchte nach Ausdrucksformen, die nicht durch die unmittelbare Vorgeschichte des Weltkriegs korrumpiert waren und größtmögliche Freiheit beim Entstehungsprozess ermöglichten.

Die jungen Künstler, die z.T. an Bildpraktiken des Surrealismus anknüpften, experimentierten mit neuen Materialien und Prozessen, die das formale und konzeptuelle Spektrum enorm erweiterten: So wurde Farbe gegossen und geträufelt, wurden Malgründe zerkratzt oder der Malvorgang extrem beschleunigt. Auf dem Boden liegende Leinwände entwickelten sich zur Bühne des Künstlers. Hier kündigte sich bereits der Übergang zur späteren Aktionskunst an, was auch der von Harold Rosenberg für die gestische Malerei der USA geprägte Begriff „Action Painting“ verdeutlicht. Infos

Jackson Pollock, Number 5 (Elegant Lady), 1951
Öl auf Leinwand, 145 × 139
E.ON AG, Düsseldorf, © VG-Bild-Kunst, Bonn 2010
Ausstellung: Die Geschichte einer Liebe - Daphnis und Chloé von Marc Chagall vom 10.04. - 20.08.2010 im Kunstmuseum in Mülheim
Das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr präsentiert aus seiner reichen Sammlung die meisterhafte Grafikserie Daphnis und Chloé von Marc Chagall. Zuletzt war sie 2007 im Mülheimer Kunstmuseum in der Ausstellung Von Höllenfahrten und Liebesschwüren zu sehen. Von Januar bis März 2010 wurde diese Serie als Leihgabe des Kunstmuseums Mülheim im Herforder Kunstverein mit großem Erfolg gezeigt.

Dieser Zyklus umfasst 42 Lithografien und fußt auf eine der großen Liebesgeschichten der Weltliteratur, den Liebes- und Hirtenroman Daphnis und Chloé des antiken Dichters und Rhetorikers Longos. Vermutlich im 3. Jahrhundert auf der ägäischen Insel Lesbos geschrieben, erzählt er die Geschichte von Daphnis und Chloé, die als Kinder elternlos bei Hirten aufwuchsen.  Infos


Marc Chagall, Daphnis und Chloé, 1961, Lithografie, Grafische Sammlung Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010 Quelle/Autor: Kunstmuseum
Ausstellung: Die Union Brauerei und das Dortmunder U vom 24.04. - 31.12.2010 im Brauerei Museum in Dortmund
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg hatte die Union die innerstädtische Konkurrenz überflügelt, in den 1920er Jahren stieg das Unternehmen dann zur größten Brauerei Westdeutschlands auf. 30 Jahre später zählte die Union zu den führenden Brauereien Europas. Eine Voraussetzung dieser Expansion war die Errichtung des Gär- und Lagerkeller-Hochhauses, seinerzeit der größte und modernste Industriebau in der deutschen Brauwirtschaft. Die Geschichte dieses "U-Turmes", der in diesem Jahr als neues Zentrum für Kunst und Kreativität eröffnet wird, und der Brauerei, die mit ihm groß wurde, illustriert die Sonderschau anhand zahlreicher Exponate und historischer Fotoaufnahmen. Infos
Ausstellung: Lichthofprojekte vom 24.04.2010 - 15.04.2011 im K21 Ständehaus in Düsseldorf
Der Lichthof im Eingangsbereich des Ständehauses ist mit seiner bewegten politischen Geschichte und seinen vielfältigen architektonischen Bezügen eine besondere Chance für jeden künstlerischen Beitrag. Hier werden in Zukunft alle zwei Jahre ortsspezifische künstlerische Installationen entwickelt. Sie vermitteln den Besuchern schon beim Eintritt den musealen Charakter des Ständehauses. 
Als Erste in dieser Reihe wurde die polnische Bildhauerin Monika Sosnowska (*1972) eingeladen. Die Künstlerin ist für ihre ausgefallenen künstlerischen Interventionen bekannt. Sie erlangte spätestens seit ihrem spektakulären Auftritt bei der Biennale von Venedig 2007 internationale Aufmerksamkeit. Damals stellte sie ihre Stahlarchitektur „1:1“ in den polnischen Pavillon ein.Monika Sosnowska arbeitet mit Räumen. Sie versucht deren Besonderheiten, deren Stil, ja deren Psychologie zu ergründen. Mit eigenen Formen kommentiert, modifiziert und konterkariert sie den vorhandenen Raum. Es gelingt ihr Atmosphären zu schaffen, die dem Zusammenspiel von Räumen und Emotionen auf den Grund gehen. Infos

Monika Sosnowska, Hand Rail, 2006, Farbiger Stahl, Foksal Gallery Foundation, Warschau, © Monika Sosnowska
Ausstellung: Johann Wilhelm Schirmer - vom Rheinland in die Welt vom 24.04. - 29.08.2010 im museum kunst palast in Düsseldorf
Innerhalb der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts gewinnen Freilichtstudien eine wegweisende Bedeutung. Im Oeuvre Schirmers können sie als ein Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens angesehen werden, denn seine Studien aus Italien sind von herausragender Qualität und großer künstlerischer Freiheit.
Erstmals werden alle Studien dieser arkadischen Landschaft aus eigenem Bestand und weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen zusammengeführt. Weitere Gemälde und Zeichnungen Schirmers aber auch seiner Zeitgenossen wie August Lucas, Ernst Fries oder Ernst Willers werden dazu in Vergleich gesetzt. Maltechnische Untersuchungen geben Auskunft über den beschleunigten Malvorgang des Freilichtmalens. Infos

Johann Wilhelm Schirmer, „Via Mala“, 1853
Öl auf Leinwand, Privatbesitz
Foto: Düsseldorf, museum kunst palast, Horst Kolberg
Eröffnungsausstellung: Weltsichten - Landschaft in der Kunst vom 08.05. - 21.11.2010 im Kubus im Parkgelände Haus Weitmar in Bochum
Die Stiftung Situation Kunst hat den Bau eines multifunktionalen Erweiterungsgebäudes der Ruine des Hauses Weitmar initiiert. Dieses Gebäude (der sog. „Kubus“) wurde seit Mai 2009 nach den Plänen der Architekten Pfeiffer, Ellermann und Preckel aus Münster in der Ruine des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Haus Weitmar errichtet. Anlässlich der Eröffnung zeigt die Stiftung dort bis November 2010 die zweiteilige Ausstellung Weltsichten.

Wie kaum ein anderes Medium eignet sich die künstlerische Landschaftsdarstellung dazu, die Rolle des Individuums in der Welt bzw. den Blick des Einzelnen auf seine jeweilige Umwelt zu reflektieren: Landschaftssicht ist immer auch Weltsicht. In diesem Sinn sind Werke der Landschaftskunst kaum jemals als bloße Abbilder einer tatsächlichen Landschaft zu verstehen. Vielmehr bündeln sich in ihnen kollektive und individuelle Perspektiven und offenbaren sich gesellschaftliche Modellvorstellungen ebenso wie private Wünsche, Ängste und Sehnsüchte. Jeweils aktuelle gesellschafts- und kulturgeschichtliche Entwicklungen werden dabei zuweilen differenziert gespiegelt oder sogar vorweggenommen; in anderen Fällen entstehen träumerische, melancholische oder kritische Gegenbilder zur jeweils erlebten Realität. Infos


Philips Wouwerman, Reisende bei der Rast vor tiefer Flusslandschaft, 1649
Ausstellung: Spot on 05 - "Bleiberecht für Diana" vom 08.05. - 29.08.2010 im museum kunst palast in Düsseldorf
Hinter dem Titel SPOT ON verbirgt sich die Ausstellungsreihe im museum kunst palast, für die mehrere Projekträume im halbjährlichen Rhythmus aktuell eingerichtet werden. In unserem lebendigen und offenen Museum will sich das Programm weder auf die jüngste Zeit noch auf einzelne Gattungen beschränken. So bieten die Räume den Ort für Präsentationen besonderer Werkgruppen aus der Museumssammlung.

Es werden auch wichtige Neuerwerbungen vor- und zur Diskussion gestellt und kleine Ausstellungen von in Düsseldorf lebenden oder mit Düsseldorf in einer besonderen Beziehung stehenden Künstlerinnen und Künstlern präsentiert.  Infos

Markus Vater
Still aus "Das Metapherproblem" ,
Animation 20min,
Courtesy: Sies+Hoeke Galerie, © Markus Vater , 2010
Ausstellung: Do you see me? / Siehst Du mich? vom 12.05. - 04.08.2010 in der Galerie m in Bochum
„Do you see me?“ spielt auf das Verhältnis zwischen Künstler, Portraitiertem und Betrachter an. Die Arbeiten der Malerin Caroline von Grone, der Fotografen Frank Höhle und Oliver Godow sowie der mit Fotografie und Film arbeitenden Künstlerin Melanie Manchot beziehen den Betrachter in ein spannungsreiches Geflecht von Blicken ein. Die Ausstellung reflektiert über Aspekte, wie verschiedene Medien unsere Wahrnehmung lenken und wie wir selbst eingebunden sind in die Konstellationen aus Fremdinszenierung, Selbstpräsentation, Betrachtung und Beobachtung.

Dabei gerät nicht nur das „Image“ der Dargestellten in den Fokus. Auch der umgebende Ort, ob inszeniert, imaginiert oder real, spielt eine Rolle als bildgestaltendes Element, Schau-Platz oder zentrales Motiv. Infos

© Frank Höhle, Portrait I, 2008
Ausstellung: Alexej von Jawlensky und Josef Albers - Farbe. Abstraktion. Serie vom 16.05. - 29.08.2010 im Quadrat in Bottrop 
Die Ausstellung Alexej von Jawlensky und Josef Albers. Farbe. Abstraktion. Serie ist ein seltenes Gipfeltreffen, bei dem sich zwei weithin bekannte Künstler begegnen, deren Gemeinsamkeiten bisher noch nicht wirklich entdeckt worden sind. Obwohl es in den Arbeiten von Josef Albers keinerlei Verweis auf Gegenständliches gibt, setzt die Farbe in ihrer eigenen Dynamik die gemeinsame Klammer zu Alexej von Jawlensky. Erstmals werden diese beiden Künstler gemeinsam im Josef Albers Museum gezeigt, das über die größte öffentliche Sammlung von Werken dieses Künstlers verfügt. Dabei werden etwa 50 Werke von Josef Albers mit ebenso vielen Gemälden von Alexej von Jawlensky präsentiert. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt des Josef Albers Museum mit dem Museum Wiesbaden, das die größte Sammlung von Arbeiten Jawlenskys verwahrt. Die Ausstellung bringt die gegenständliche Malerei Jawlenskys mit den Abstraktionen von Josef Albers in eine künstlerisch-ästhetische Beziehung. Infos

(c)Jawlensky, Große Meditation: Johannes der Täufer
Ausstellung: Ainu erzählt - Leben und Alltag der Frau in der Steinzeit vom 16.05. - 27.09.2010 im Museum für Naturkunde in Dortmund 
Einer der bedeutendsten Einschnitte in der Geschichte der Menschheit vollzog sich an der Wende vom Mesolithikum zum Neolithikum im Nahen Osten. Bis dahin lebten die Menschen als nicht-sesshafte Wildbeuter. Nahrung und andere lebenswichtige Rohstoffe beschafften sie sich durch Jagen und Sammeln. Vor erst 10.000 Jahren wurden sie sesshaft und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Mit dem Wechsel von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsform begann eine gezielte und durchgreifende Veränderung der Umwelt durch den Menschen und ein deutlicher Bevölkerungsanstieg.

In den Rekonstruktionen steinzeitlichen Lebens scheinen Männer die Hauptakteure zu sein. Frauen dagegen wird meist nur eine Statistenrolle zugewiesen. Die heutigen Vorstellungen über ihr Leben, ihren Alltag und ihre gesellschaftliche Wertigkeit spiegeln oft nur die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse wider. Stereotypen, wie sie aus historischer Zeit oder der Gegenwart bekannt sind, werden voreilig auch auf steinzeitliche Kulturen übertragen. Anlass genug, anhand zahlreicher Ausstellungsstücke ein Stück steinzeitlicher Alltagswirklichkeit lebendig werden zu lassen, in der besonders die Rolle der Frau berücksichtigt wird. Im Vergleich zweier grundsätzlich verschiedener Lebensweisen der Steinzeit, der wildbeuterischen des Jungpaläolithikums und der bäuerlichen des Neolithikums, zeigen Exponate und Inszenierungen, wie Umwelt und Lebensstrategien das Arbeitsleben der Frauen und ihre gesellschaftliche Wertigkeit prägten. Begleitet wird der objektive Ausstellungsdiskurs von einer fiktiven Erzählebene, in der zwei Frauen – Ainu, die Wildbeuterin, und Lara, die Bäuerin – zu Wort kommen und aus ihrem Leben berichten. Infos


(c) Museum für Naturkunde, Dortmund, Darstellung einer steinzeitlichen Statuette
Ausstellung: "Japanische Naturdarstellungen" vom 22.05.2010 - 16.01.2011  in der Langen Foundation in Neuss
Die Ausstellungsbeschreibung zu »Japanische Naturdarstellungen aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen« ist noch in Vorbereitung.

Kommen Sie einfach in die Ausstellung und sehen Sie sich Rollbilder an, die im Dialog mit zahlreichen kunstvoll hergestellten zauberhaften Gegenständen gezeigt werden, die in Deutschland noch nie ausgestellt wurden. Infos

Ausstellung: Albert Oehlen vom 29.05. - 22.08.2010 im Emil Schumacher Museum in Hagen 
Albert Oehlen (geboren 1954 in Krefeld) gehört zu den führenden deutschen Malern der Gegenwart. Seit seinen künstlerischen Anfängen zu Beginn der 80er Jahre ist das Thema seiner ‚postungegenständlichen‘ Malerei das Malen selbst. Den Hintergrund seiner Arbeit bildet die Frage nach den Bedingungen, unter denen Gemälde erschaffen, gesehen und interpretiert werden.

Seit 2007 bearbeitet Albert Oehlen Fragmente und Ausschnitte großflächiger Plakate mit Farbgesten, deren Sprache sich zwischen ironischem Kommentar der fragwürdigen Ästhetik der darunterliegenden Werbung und dem freien Aufgreifen der dort gefundenen Formen bewegt. Die oft sparsam aufgetragenen Gesten verändern die grellen Poster zu abstrakten Bildfloskeln von aufregender Intensität. Auf diese Weise überführt er die Plakate aus ihrer ursprünglichen Bestimmung einer banalen, zielgerichteten Aussage in einen ästhetischen Zustand, der einem Klang, Geruch oder einer Atmosphäre entspricht. Seit 2008 entstehen Gemälde, aus denen die Plakatmotive völlig verschwunden sind, Bilder von großer Leichtigkeit, deren gestische Motivwelt wie farbiger Dunst über der Leinwand liegt. Infos

ALBERT OEHLEN, FM 25, 2008
Ausstellung: Building Memory vom 29.05. - 08.08.2010 im U - Zentrum für Kunst und Kreativität in Dortmund 
Die Ausstellung Building Memory untersucht die Architektur bzw. Architekturen der Erinnerung. Vier international renommierte Videokünstlerinnen und –künstler – Yael Bartana (Israel/Niederlande), Miroslaw Balka (Polen), Deimantas Narkevicius (Litauen) und Marcel Odenbach (Deutschland) – setzen sich in filmischen Neuproduktionen, die speziell für diese Ausstellung in Auftrag gegeben worden sind, mit der Architektur von Gedenkstätten und Mahnmalen, aber auch mit Medien als Orten für Erinnerung und Geschichte auseinander. Alle Arbeiten sind 2008-2009 im postsozialistischen Kontext Mittel- und Osteuropas entstanden und widmen sich unterschiedlichen Aspekten der traumatischen europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts – in Polen, der ehemaligen DDR und mit Blick auf die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Infos
Kunstprojekt: Goldenes Dorf - Basis vom 29.05. - 05.09.2010 am Stadthafen von Recklinghausen 
Das goldene Dorf - BASIS
- besetzt und bespielt den Stadthafen von Recklinghausen im Ausstellungsraum 3 der EMSCHERKUNST. 2010.
- ist ein Aktionszentrum und Konzentrationspunkt für die gesamte Emscher-Insel.
- bietet einen Ausstellungsraum für die Präsentation der Ideen, Entwürfe und Projekte der Studierenden und ihrer Gäste.
- bietet Raum für temporäre Aktivitäten anderer Kunstformen wie Musik, Literatur, Theater.
- ist ein kunstpädagogisches Projekt. Es vermittelt die Kunst an die Gäste der Kulturhauptstadt und an die Bevölkerung vor Ort. Es verschafft Zugang zur und Informationen über die ganz junge Kunst und ihre Entstehungsbedingungen.
- ist ernsthafte Forschung und zugleich freies, offenes Spiel mit den Möglichkeiten und Anregungspotentialen des Ortes und der Region.
- ist eine Kunsthochschule auf Zeit, eine temporäre, flexible und provisorische Kunstakademie.
- erprobt neue künstlerische Formen und ermöglicht zugleich die Einbeziehung aller künstlerischer, auch traditioneller Techniken: Performance und Installation, Archiskulptur und Bildhauerei, Malerei und Neue Medien.
- wird eine temporäre Architektur zeigen und nutzen wie auch Einzelprojekte realisieren.ist als Hochschulprojekt Gastgeber für andere Kunstakademien (und Hochschulen) und deren Studierende. Infos

Maria Gerdwilker und die Projektgruppe Home Sleep Home, Foto: Dieter Burgholz
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Ausstellung: "An die Natur - Zeitgenössische Kunst aus der ALTANA Kunstsammlung" vom 29.05. - 05.09.2010  in der Langen Foundation in Neuss
Im Fokus der Ausstellung steht eines der ältesten und wichtigsten Sujets der Kunst: Die Natur. In all ihrer Vielfältigkeit bleibt die Natur für die Menschheit stets ein Faszinosum.

Der Umgang des Menschen mit seiner Umwelt ist keineswegs nur ein aktuelles Thema der gegenwärtigen Gesellschaft und der zeitgenössischen Kunst. Zu allen Zeiten gab es eine bewusste Auseinandersetzung mit der belebten natürlichen Umgebung. Nach einer anfangs romantischen Sicht auf die Natur im 19. Jahrhundert durch den Impressionismus, thematisieren Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts verstärkt die Gefährdung der Natur und den Eingriff durch den Menschen. Die Natur ist in der zeitgenössischen Kunst nicht selten Ausdruck der Reflexion des Individuums über seinen Ursprung und seine Stellung in der Welt.
In der Ausstellung „An die Natur“ werden rund 60 Exponate internationaler zeitgenössischer Kunst aus der ALTANA Kunstsammlung gezeigt. Bekannte Künstler wie Georg Baselitz, Daren Almond, Markus Lüpertz, Anselm Kiefer, Per Kirkeby und Norbert Tadeusz u.a. zeigen die Spannbreite des Themas „Natur“ in den Gattungen Malerei, Fotografie und Collage. Ihre Arbeiten offenbaren einerseits die individuelle Auseinandersetzung mit der natürlichen Umgebung, andererseits laden sie zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Wechselverhältnis von Natur, Mensch und Kunst ein. Infos

Blick in die ALTANA Ausstellung "An die Natur"
Ausstellung: NudeVisions - 150 Jahre Körperbilder in Fotografie und Malerei vom 01.06. - 15.08.2010 im Von der Heydt-Museum in Wuppertal
Die Ausstellung widmet sich einem der wichtigsten, reizvollsten und interessantesten Themen der Fotografie: der Aktfotografie. Mit einer umfangreichen Auswahl von Beispielen aus dem 19. und 20. Jahrhundert aus der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum stellen wir die Entwicklungen, Möglichkeiten und Höhepunkte der künstlerischen Aktfotografie von ihren Anfängen bis heute vor.
Sehr geläufig im 19. Jahrhundert waren die so genannten „Akademien“, Bildtafeln, die sich an kunsthistorischen Vorbildern der Antike und der Renaissance orientierten und Zeichnern, Malern und Bildhauern als Studienvorlage dienten. Bald entwickelten Fotografen eigene künstlerische Ambitionen und inszenierten, zunächst im Atelier, ihre Aktmodelle in mythologischen oder historischen Rollen. Ab 1870/80 entstanden – als Visionen eines irdischen Arkadiens – die ersten Freilichtakte im mediterranen Süden Italiens und Nordafrikas. Infos

Gerhard Riebicke, Paar beim Ausdruckstanz, um 1930 © Bodo Niemann und Münchner Stadtmuseum
Ausstellung: Wolf Vostell - Das Theater ist auf der Straße vom 06.06. - 15.08.2010 im Museum Morsbroich in Leverkusen
Wolf Vostell (Leverkusen 1932–1998 Berlin) gelang es durch seine herausragende Innovationsfähigkeit und sein ausgeprägtes Kommunikationstalent Bildende Künstler, Schriftsteller und Musiker aus aller Welt zu vernetzen und in kollektive Aktionen einzubinden. Zwischen 1954 und 1988 realisierte er über 50 Happenings. Vostells bahnbrechender Schritt aus dem Atelier hinaus auf die Straße ebnete den Weg für Ereignisse (Happenings), die seine Mitmenschen in den künstlerischen Prozess einbezogen, um sie zu kreativem Handeln in der Gesellschaft zu bewegen. Infos

(c) Das Theater ist auf der Straße Die Happenings von Wolf Vostell
Ausstellung: Abraham David Christian - Der Weg vom 11.06. - 29.08.2010 im Museum Küppersmühle in Duisburg
Erstmalig zeigt Abraham David Christian im MKM „Hayama_7 : Türme der Weisheit", eine neue Gruppe monumentaler Bronzeskulpturen. Die Werke des zweifachen documenta-Teilnehmers zeugen von der intensiven Beschäftigung mit dem kulturübergreifenden menschlichen Formenschatz und bewegen sich auf der Grenze zwischen Minimalismus und Sinnlichkeit, Zerbrechlichkeit und Wucht. In seiner Werkschau im MKM präsentiert Christian in sieben Räumen Skulpturen aus Bronze, Gips und Papier sowie Zeichnungen. Der Künstler (*1952) lebt und arbeitet in Düsseldorf, New York und Hayama, Japan. Infos

Ausstellung: Fotografien des 19. Jahrhundert aus Japan und China im Kölner Museum Ludwig vom 11.06.2010 - 09.01.2011
Nach der Präsentation einer Auswahl von Spitzenwerken der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts zeigt das Museum Ludwig nun einen neuen Ausschnitt aus seiner umfangreichen fotografischen Sammlung: japanische und chinesische Bilder des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Robert Lebeck. Zu den Exponaten zählt zum Bespiel das Reisealbum des Bremers Julius Menke. Der Kaufmann hat seine Erlebnisse und Erfahrungen im China der 1860er Jahre von Fotografen festhalten lassen und stellte daraus einen Bilderatlas zusammen. Weiterhin werden Werke der europäischen Pioniere Felice Beato und John Thomson sowie der frühen japanischen Fotografen Hikoma Ueno und Kimbei Kusakabe gezeigt. Hinzu kommen kostbar aufgemachte Reisealben, in denen die Fotografien für den Verkauf präsentiert wurden. Die westlichen Interessen an Japan und China waren im 19. Jahrhundert nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern auch von der Neugier an exotischen Lebenswelten geprägt. Früh gelangte das technische Wissen zur Herstellung von Fotografien auch in die fernen Länder Asiens, in denen schnell eine umfassende Bildproduktion für den Export entstand. In kostbaren Reisealben mit reich verzierten Lackdeckeln präsentierte man die Fotografien für den Verkauf. Die Touristen konnten sich diese Alben teilweise aus einer riesigen Auswahl von Bildern selbst zusammenstellen. Die Werke dokumentieren die Inszenierung der fremden Kulturen und die Sichtweisen und Darstellungen, die die dortigen Fotografen für den Export vorgesehen hatten. Umfang und Qualität dieser Bildproduktion beweisen den enormen Erfolg dieser Verkaufsstrategien. Infos


Atelier Beato, Sumo-Ringer/Sumo wrestlers, um 1890
Ausstellung: Afghanistan - Gerettete Schätze vom 11.06. - 03.10.2010 in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn 
Erstmals in Deutschland präsentiert die Kunst- und Ausstellungshalle den legendären Nationalschatz Afghanistans, der wie durch ein Wunder Jahre des Bürgerkriegs und der Zerstörung überdauerte.

Die spektakulären Gold-, Silber- und Elfenbeingegenstände sind Zeugen des Königreichs Baktrien, einer Zivilisation, die sich im antiken Afghanistan an den Schnittstellen der Kulturen entlang der Seidenstraße entfaltete und so zum Schmelztiegel der unterschiedlichsten kulturellen Strömungen aus Ost und West wurde. Infolge des Alexanderfeldzugs um 330 v. Chr. zogen mehr und mehr Griechen und Makedonier in die antike Kulturlandschaft, wo sie die baktrische Hochkultur mitbegründeten. In der Ausstellung ist die Synthese der Kulturen sofort erkennbar. Bei den gezeigten Exponaten verschmelzen griechische, persische und indische Motive. So findet sich z. B. eine detailreich gearbeitete Aphrodite mit Engelsflügeln und indischem Bindi (Stirnpunkt) neben einem auf einem Delphin reitenden Eros. Infos

„Flussgöttin“ auf einem Makara stehend, Afghanistan, Begram,
1. Jh. n. Chr., Elfenbein, Höhe 45,6 cm Afghanisches Nationalmuseum
Foto: Thierry Ollivier © Musée Guimet/Réunion des musées
nationaux (RMN), Paris
Ausstellung: Zu(m) Tisch  - Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike bis Picasso, von Dürer bis Demand vom 13.06. - 12.09.2010 in der Ludwig Galerie in Oberhausen
In dieser ungewöhnlichen Präsentation zeigt die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen zum Kulturhauptstadtjahr 2010 eine umfangreiche Ausstellung zum künstlerischen Umgang mit dem Tisch. Die international verzweigten qualitätvollen Sammlungsbestände von Peter und Irene Ludwig bilden hierbei den Ausgangspunkt. Ein Panoptikum von Tischen entfaltet ungewöhnliche Sichtweisen. Antike Gefäße, mittelalterliche (Altar-) Tische oder Stillleben des 17. Jahrhunderts werden mit Tendenzen des 20. und 21. Jahrhunderts konfrontiert. Mit-, neben- und gegeneinander zeugen die Positionen von den unterschiedlichsten Herangehensweisen. Kein kulturhistorisches Erforschen der Tischkultur findet statt, vielmehr ist es ein Sichtbarmachen innerer Zusammenhänge, die zunächst häufig ein höchst unterschiedliches Auftreten vorweisen. Infos

(c) Andy Warhol, Campbell's Soup Can I 
Ausstellung: Ted Partin - Eyes look through you vom 13.06. - 19.09.2010 im Museum Haus Esters in Krefeld
Der Titel der Ausstellung, Eyes Look Through You, beschreibt treffend die Wirkung der Fotografien von Ted Partin auf den Betrachter. Die unterschiedlichen jungen Menschen, die Partin im häuslichen Ambiente, auf den Straßen von Großstädten, im Auto oder im Freien festgehalten hat, schauen uns zumeist unverwandt und offen an. Ihre Blicke ziehen uns immer wieder in den Bann, und dennoch scheinen nicht allein wir als Betrachter der Adressat der augenblicklichen Aufmerksamkeit zu sein. Vielmehr sind die Personen, obwohl sie während der Aufnahme unmittelbar in das Objektiv schauen, offenbar auch mit sich selbst beschäftigt. Der Betrachter wird damit zum Vertrauten und Voyeur zugleich.
Diese eigentümliche Stimmung der Fotografien nimmt ihren Ausgangspunkt in dem traditionellen Aufnahmeverfahren, das Ted Partin anwendet und das der Schnelllebigkeit des heutigen digitalen Bildtransfers diametral entgegensteht: Partin arbeitet mit einer 8 x 10 Zoll Deardorff Fachkamera, einer Plattenkamera, deren Ausstattung an technische Vorgehensweisen des 19. Jahrhunderts erinnert. Das Aufbauen und Einrichten dieser Kamera erfordert einen erheblichen zeitlichen Aufwand. In dieser Phase stimmen sich der Fotograf, die Kamera und das Motiv, der Mensch, aufeinander ein. Es entsteht ein Bewusstsein für die Wahrnehmung des jeweils anderen. Der aufwendige fotografische Prozess löst zugleich eine Betrachtung des Selbst bei der dargestellten Person aus, die sich ebenso in das Bild einschreibt. Die Menschen präsentieren sich in den Fotografien von Ted Partin daher immer in einer Art natürlicher Pose, einer Haltung, in der sich ein privater und öffentlicher, ein intimer und distanzierter Anteil vermischen. Infos

Ted Partin Bushwick I, 2009, Cibachrome, 20 x 25 cm, Unikat
Courtesy Ted Partin, Galerie Thomas Flor, Düsseldorf
© Ted Partin
Ausstellung: Artic Perspective - Third Culture vom 18.06. - 10.10.2010 in der Phoenix Halle in Dortmund 
Das Kooperationsprojekt richtet den Blick auf die globale kulturelle und ökologische Bedeutung der Polarregionen.

Diese sind zugleich aktuelle Zonen geopolitischer Konflikte wie auch potentielle Räume transnationaler und interkultureller Kooperation und Zusammenarbeit. Mit dem Klimawandel rückt die wirtschaftliche Ausbeutung von noch unerschlossenen Energie- und Rohstoffreserven in den Polarregionen zunehmend in den Bereich des Möglichen.

Das Kooperationsprojekt Arctic Perspective – Third Culture betont dagegen, dass die Polarregionen nicht nur von ökonomischer Bedeutung sind. Viel mehr sind die (bewohnte) Arktis und die (unbewohnte) Antarktis und die radikalen kulturellen und ökologischen Veränderungen, die sich an den beiden Polen vollziehen, zentral für ein kritisches Verständnis des komplexen globalen Systems, das aus dynamischen Beziehungen zwischen Kultur, Ökonomie, Geopolitik und Ökologie besteht. Infos
Ausstellung: Unexpected - Von der islamischen Kunst zur zeitgenössischen Kunst vom 19.06. - 10.10.2010 im Kunstmuseum in Bochum 
Die Ausstellung UNERWARTET / UNEXPECTED stellt in Anknüpfung an die beiden vorhergehenden Großprojekte des Kunstmuseums Bochum - "Zen und die westliche Moderne" (2000) und "Das Recht des Bildes - Jüdische Perspektiven in der modernen Kunst" (2003) - eine kulturelle und ästhetische Austauschbeziehung dar. Die Präsentation visualisiert auf drei sich bedingenden Ebenen Einflüsse und Potenzen islamisch geprägter Kulturräume und eröffnet auf dieser Basis eine internationale Perspektive. Von Bochum ausgehend werden unmittelbar benachbarte sowie weit entfernte Orte unter historischen, kulturellen und künstlerischen Aspekten kartographiert. Infos

Mounir Fatmi "hard head", 2009, Wandmalerei, c/o Galerie Conrads, Düsseldorf
Ausstellung: 64. Bergische Kunstausstellung vom 26.06. - 19.09.2010 im Kunstmuseum Baden in Solingen
Gezeigt werden in diesem Jahr Arbeiten von 14 Künstlern und Künstlerinnen, die in der Region verwurzelt sind, die im Bergischen Land leben und wirken. Die heterogene Schau, die traditionell unter keinem vorgegebenen Motto steht, gibt einen Einblick in das vielfältige Kunstschaffen der Region. Viele der teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen sind Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie und durch überregionale Ausstellungstätigkeiten bekannt. Es gibt aber auch Neues in der Ausstellung zu entdecken. Die Beschränkung auf relativ wenige Künstler führt zu einer Auswahl, die keinen breiten Überblick über die junge Kunstszene im Großraum des Bergischen Land gibt. Ziel war es vielmehr aus der Vielzahl von Bewerbungen die innovativsten und interessantesten Positionen herauszufinden und vorzustellen. Infos

Joseph Sracic,The Arc, 2010, Öl auf Leinwand
Ausstellung: Wunschbox - Fotografien zum Straßenstrich vom 26.06. - 15.08.2010 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund 
Iris Wolf, eine Absolventin der Fachhochschule Dortmund, widmet sich mit ihrer künstlerisch-dokumentarischen Arbeit dem recht irdischen Gewerbe auf dem Straßenstrich in der Ravensburger Straße.

Noch immer gelten Prostituierte als gesellschaftliche Außenseiter, ist ihre Arbeit mit Tabus belegt und wird sowohl von ihnen selbst als auch von ihren Kunden meist in Anonymität betrieben und genutzt. Auf der Ravensberger Straße befindet sich der legale Straßenstrich Dortmunds. Mit der Verlagerung der Prostitution aus den Wohnvierteln der Nordstadt ging die Legalisierung der Arbeit der Prostituierten einher. Seit Jahren setzt sich die Kommunikations- und Beratungsstelle für Prostituierte, kurz Kober, für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz dieser Frauen ein. Nach einer langen und kontrovers geführten lokalpolitischen Debatte wurden 2006 in der Ravensberger Straße die geforderten Sicherheitsboxen errichtet.

"Wunschbox" entstand in den Jahren 2004 bis 2006 und gehört zu einer Reihe von Arbeiten der Fotografin Iris Wolf, die sich mit sozialkritischen und gesellschaftsrelevanten Themen befasst. Infos


Iris Wolf: Fotografie aus der Serie "Wunschbox"
Ausstellung: Auf breiten Schultern - 750 Jahre Knappschaft vom 01.07.2010 - 20.03.2011 im Bergbaumuseum in Bochum 
Die Ausstellung präsentiert die ununterbrochene Geschichte der Bergbau-Knappschaft über 750 Jahre hinweg in zahlreichen hochrangigen Originalexponaten und Dokumenten von 66 auswärtigen Leihgebern und aus Eigenbeständen des DBM: Bergarbeit war stets gefährlich und gesundheitlich belastend. Seit dem Mittelalter gibt es deshalb die Solidarorganisation der Bergleute. In den Anfängen bestand sie als auch religiös geprägte Bruderschaft, in der Reformationszeit wurde die Bindung an die Kirche gelöst, schon im 18. Jahrhundert begann die Wandlung von einer Unterstützungskasse zu einer Versicherung mit Leitungsansprüchen der Mitglieder. Die chronologisch aufgebaute Ausstellung bietet einen Rundgang durch die Sozialgeschichte des Bergbaus von den Knappen und Bergherren des Mittelalters bis zur von Mitbestimmung geprägten Knappschaft des Industriezeitalters. Infos
Ausstellung: A Star Is Born - Fotografie und Rock seit Elvis vom 02.07. - 10.10.2010 im Folkwang Museum in Essen 
Die Fotografische Sammlung des Museum Folkwang zeigt unter dem Titel A Star Is Born. Fotografie und Rock seit Elvis eine große Sonderausstellung mit ca. 250 Ausstellungsobjekten, darunter Fotografien, Plattencovern, Zeitschriften und Autogrammkarten aus einem Zeitraum von rund 60 Jahren.

Gezeigt werden Werke von Ron Galella, Annie Leibovitz, Mark Seliger, Richard Avedon, Daniel Kramer, Mick Rock, Jerry Schatzberg u.a., die an der Mythenbildung von internationalen Stars wie Elvis Presley, Little Richard, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Frank Zappa, David Bowie oder Bands wie den Rolling Stones und den Beatles bis hin zu den White Stripes und Coldplay entscheidend Anteil haben. Stars auf beiden Seiten der Kamera prägen das Bild
der Rockmusik. Glamour-Porträts, journalistische Dokumente von Live-Auftritten, PR -Material aus den Studios der Plattenfirmen, wie auch Fotografien, die den Kult um Instrumente und Soundtechniken belegen, vervollständigen die erste große Ausstellung zu diesem Thema in Deutschland. Infos


Didi Zill, Mick Jagger, 1975 © Didi Zill

Ausstellung: Roy Lichtenstein - Kunst als Motiv im Kölner Museum Ludwig vom 02.07. - 03.10.2010
Mit "Roy Lichtenstein - Kunst als Motiv" richtet das Museum Ludwig den Blick auf einen wesentlichen Komplex im Oeuvre dieses Großmeisters der Pop Art. Neben Motiven aus Warenwelt und Comics schöpfte Lichtenstein immer wieder aus dem reichen Fundus kunsthistorischer Bildprogramme. Ästhetische Kanons von Expressionismus und Futurismus bis Bauhaus und Art Deco, Künstlerheroen von Picasso oder Matisse bis Mondrian oder Dali wurden von Lichtenstein analysiert und in seiner eigenen Bildsprache paraphrasiert.
So entstand ein faszinierend hintergründiges, meist ironisches Zusammenspiel aus Wesenszügen der jeweiligen Urbilder und deren subtiler Interpretation im für Lichtenstein typischen Formvokabular aus Farbflächen und Rasterpunkten. Infos


Roy Lichtenstein, Study for "Preparedness"/ Studie für das Bild Bereitschaft, 1968, © VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Ausstellung: Outdoor und Outside vom 03.07. - 11.09.2010 in der Kunsthalle in Recklinghausen 
Tadashi Kawamata im Dialog mit der Outsiderszene Ruhrgebiet (Ruhr.2010, RuhrKunstMuseen, mapping the region). Offzieller Beitrag der Kunsthalle Recklinghausen zu »Mapping the Region«, eine Ausstellungsreihe der RuhrKunstMuseen im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Auf dem Vorplatz der Kunsthalle Recklinghausen errichtet der japanische Künstler Tadashi Kawamata ein überdimensionales Turmmodell. Wie sein begehbarer Turm, realisiert im Rahmen der EMSCHERKUNST.2010 in Recklinghausen-Suderwich, symbolisiert es eine neue Sicht auf die urbane Landschaft an Lippe, Emscher und Ruhr. In einer parallelen Ausstellung zeigt die Kunst halle, ausgehend von einem Sammlungsschwerpunkt der Recklinghäuser Museen, die unterschiedlichen Facetten der Outsiderkunst im Ruhrgebiet. Kawamatas künstlerische Projekte haben immer auch eine soziale Dimension, etwa wenn er mit Handwerkern, Bewohnern oder auch gesellschaftlichen Randgruppen eines Ortes zusammenarbeitet. Dieser Aspekt spiegelt sich ebenfalls in der Ausstellung wider. Sie schlägt einen Bogen von der Naive über die Werke psychisch Kranker bis zu zeitgenössischen Erscheinungsformen einer „randständigen“ Kunst wie Street Art und Graffti, die wie Kawamata den öffentlichen Raum besetzen. Infos
Ausstellung: U-Westend - Geschichten aus dem Westend vom 09.07. - 19.09.2010 im U - Zentrum für Kunst und Kreativität in Dortmund 
Dortmund, tief im Westen rund um die Rheinische Straße: Hier gibt es Bauruinen und Baustellen, Spielplätze und kleine Nischen, überragt vom Dortmunder U. Was ist das eigentlich für ein Viertel rund um den U-Turm? Im Projekt "Geschichten aus dem Westend" begeben sich Kinder und Jugendliche auf Entdeckungsreise. Ihre Sicht aufs Viertel ist in einer Ausstellung im Dortmund U zu sehen.
Was ist charakteristisch für das Viertel rund ums U? Wenn Dortmunder Kinder und Jugendliche 2010 unter dieser Fragestellung ihre Eindrücke vom Stadtteil sammeln und verarbeiten, sind alle Methoden erlaubt: Fotografieren, Zeichnen, Abformen, Filmen, oder was ihnen sonst noch einfällt. Kontrastierend und ergänzend wird der Kölner Künstler Martin Brand den Stadtteil unter künstlerischer Fragestellung "scannen". Kunstwissenschaftler, Raumplaner, Architekten, Künstler, Lehrer und Studierende begleiten den Prozess, der in einer großen Ausstellung mündet.
Doch schon vorher werden die Entwicklungen in einem Projektbüro mitten im Stadtteil laufend im Schaufenster dokumentiert; Bewohner und Besucher können sich dort über das Projekt informieren. Wenn alle Ergebnisse dann im Museum Ostwall im Dortmunder U präsentiert werden, lernen die Besucher des neuen Zentrums für Kunst und Kreativität auch das Umfeld, die Geschichte, den Alltag und die Bewohner rund ums U kennen.
"Geschichten aus dem Westend" ist eine Kooperation zwischen dem Seminar für Kunst und Kunstwissenschaften und der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund, dem Museum Ostwall, dem Verein Jugend/Architektur/Stadt und der Jugendkunstschule balou.
"Geschichten aus dem Westend" nimmt teil an "Mapping the region", einem Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen (RKM) anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Infos
Ausstellung: "Intensif Station" - 26 Künstlerräume vom 10.07. - 04.09.2010 in der Kunstsammlung NRW K21 in Düsseldorf
Parallel zur Wiedereröffnung des K20 Grabbeplatz eröffnet das K21 Ständehaus die Ausstellung «Intensif-Station» – 26 Künstlerräume im K21. Wie bei der Sammlungspräsentation Silent Revolution, in der die Klassische Moderne mit zeitgenössischen Positionen konfrontiert wurde, bleibt auch bei «Intensif-Station» der Focus auf die Arbeit mit der Sammlung gerichtet. In den 26 Räumen des Ständehauses werden bestehende Rauminstallationen und Werkgruppen zusammen mit neuen Räumen präsentiert, die von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern eigens vor Ort entwickelt und eingerichtet wurden. Infos

Jan Christensen, Ohne Titel, 2010, Wandmalerei, Maße variabel, Courtesy der Künstler und c/o Gerhardsen Gerner
Ausstellung: Julius Popp - Transposition vom 11.07. - 19.09.2010 im Museum Haus Lange in Krefeld
Julius Popp beschäftigt sich mit der elementaren Gegenwärtigkeit digitaler Informationskultur und ihrer Aktualisierung in Bezug auf den Menschen. „Ich untersuche in meiner Arbeit die Unschärfe des Menschseins. Menschsein ist ein Prozess, der sich permanent verändert, anpasst und neu ausrichtet. Kultur verändert sich die ganze Zeit. Meine Installationen sind Bilder, mit denen die der Kultur zugrunde liegenden Strukturen langsam sichtbar werden.“

Seinen internationalen künstlerischen Durchbruch hatte Julius Popp mit der Installation bit-fall (2001/2006), einem Wasserfall, der Buchstaben und Wörter visuell erzeugt. In der Krefelder Schau im Museum Haus Lange, die als eine Überblicksausstellung mit wichtigen Arbeiten von Julius Popp aus der bit series, der micro series und der macro series sowie neuen Arbeiten wie Untitled (2010) aus der bit series konzipiert ist, wird sie in einem Video dokumentiert.
Mithilfe eines Computerprogramms, das auf einem statistischen Algorithmus basiert, werden in bit-fall aktuelle Begriffe aus dem online zugeschalteten Internet in Sequenzen von Wassertropfen übersetzt. Das amorphe Medium Wasser wird zum Träger kultureller Informationen, die nur für einen Bruchteil von Sekunden erkennbar sind und sich danach wieder auflösen. bit-fall ist eine Metapher für die Geschwindigkeit des heutigen Informationsflusses und die permanenten Veränderbarkeit von Wissen und Information. Infos


Julius Popp, micro.perpendiculars, 2008-2010
Installationsansicht mit Künstler
Foto: Jochen Hempel, Courtesy Dogenhaus Galerie, Leipzig
Ausstellung: Echoraum - Kleine Dinge vom 15.07. -17.10.2010 in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn 
ECHORAUM ist eine Kooperation der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland mit verschiedenen internationalen Medienhochschulen, die jeweils im Zwei-Jahres-Rhythmus wechselt. Im Ausstellungsbereich des Untergeschosses stellen Studenten und Absolventen der Hochschulen ihre Projekte im Sinne eines Experimentallabors vor.

So wird etwa das Verhältnis zwischen Qualität und Besucherzahlen durch die Rasenmäher-Zeichnung von Ralf Witthaus auf dem Dach der Bundeskunsthalle zur Diskussion gestellt. Carolina Redondo mit Self Mountain Training for a Substructure und Allan Gretzki mit Barcode, der nichts anderes als „Allan Gretzki“ bedeutet, besetzen den Raum der Bundeskunsthalle. Die Werke von Daniela Risch und Roshanak Zangeneh gehen von einer persönlichen Sicht aus, um politische Symbole und Ereignisse zu reflektieren, darunter den Bedeutungswandel des Palästinensertuches oder die Wiedervereinigung Deutschlands. Ira Decker, Lukas Marxt, Kiseong Kim und Timo Seber arbeiten mit dem Begriff der Skulptur und des Materials sowie der Wahrnehmung des Betrachters und liefern damit einen Beitrag zur Reflexion darüber, wie Medienkunst in ihren verschiedenen Ausformungen auftreten kann. Infos

Ralf Witthaus, „Qualitätsnachweis“,
2010, Rasenmäher-Zeichnung
Ausstellung: Der Westen leuchtet vom 17.07. - 26.09.2010 im Folkwang Museum in Essen 
In einer groß angelegten Schau, welche mit rund 3500 Quadratmetern fast die gesamte Sammlungs- und Ausstellungsfläche des wegweisenden Gebäudes von Axel Schultes einnimmt, zeigt das Kunstmuseum Bonn als Höhepunkt des Jahres 2010 DER WESTEN LEUCHTET, eine Standortbestimmung der Kunstlandschaft des Rheinlandes.

Die Ausstellung stellt zum einen die wichtigsten Künstlerinnen und Künstler der älteren Generation (von Richter bis Gursky) mit jeweils neuen Arbeiten vor und verknüpft diese zum anderen mit zentralen Werken der jungen Nachwuchskunst zu einer Gesamtübersicht von mehr als 30 Positionen. 

Die Auswahl aus der Generation der älteren Künstlerinnen und Künstler und die Festlegung der neuen Arbeiten wird kuratorisch durch das Wissenschaftlerteam des Kunstmuseums Bonn (Volker Adolphs, Stephan Berg, Stefan Gronert, Irene Kleinschmidt-Altpeter, Sabina Leßmann und Christoph Schreier) betreut. Die Auswahl der Nachwuchsgeneration wiederum wird von den international bereits arrivierten Künstlern selbst vorgenommen. Diese Aufteilung der kuratorischen Verantwortung zwischen Künstlern und Kunsthistorikern versteht sich als bewusstes Zeichen gegen das Fantasma des omnipotenten Kurators und als Anerkennung der prioritären Leistung der Künstlerinnen und Künstler. Infos

Ausstellung: Feuerländer - Regions of Vulcan vom 27.07. - 28.11.2010 im Behrens-Bau des LVR-Industriemuseum in Oberhausen 
Die bislang größte internationale Ausstellung des LVR-Industriemuseums zeigt die Geschichte der Arbeit im Blickwinkel der Kunst mit Beispielen des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie von 1800 bis heute.

Die Künstlerinnen und Künstler haben das Arbeiten und Leben mit der Montanindustrie in zum Teil monumentalen Werken gefeiert, beschworen und verdammt. Vielfältig ist die Parteinahme für und gegen die sich entwickelnde Arbeitsgesellschaft. Das zeigen die Werke aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Polen und USA. Zu den Stars der Ausstellung zählen Bonhommé, Calvelli, Corinth, Felixmüller, Kirchner, Gessner, Gorson, Luyten, Schneider und Ritterbusch. "Feuerkult im Behrens-Bau" nennt sich der erste Teil der Ausstellung, der zweite in der Zinkfabrik Altenberg „Brandherde im Kesselhaus". Infos


Francois Bonhommé, Fonderie à Indret ou Coulée de fonte, 1864, Öl auf Leinwand
Ausstellung: Wechselfeld - Artclub Köln vom 27.08. - 24.09.2010 im Galerie artclub im FKT in Bochum 
FREIES KUNST TERRITORIUM - FKT- ist ein Begriff, der drei spannende Aspekte des Raums an sich hervorheben soll. Es klingt wild, befreiend, nach Unabhängigkeit strebend - Synonyme, die die freie Kunst, ihre Unzähmbarkeit, unterstreichen sollen. Das Wort Territorium steht für die Abgrenzung des Terrains, für den Kunstanspruch und gleichzeitig für den Zufluchtsort der Kunst in allen Facetten und Zügen. Man könnte es vielleicht mit den Revieren der Tiere vergleichen, die ohne ihre eroberten Gebiete nicht überlebensfähig sind, (z. B. den Wölfen). Es entsteht ein provokatives Territorium der Kunst.

Die freie Kölner Kunstszene zu Gast im FKT.
28 Künstler des artclubs Köln zeigen ihre Werke im Rahmen des Projekts Wechselfeld. Die Grundidee von Wechselfeld ist ein Städteübergreifende, wechselseitige Nutzung von Räumen für Ausstellungen.
So fand bereits ein WECHSELFELD zwischen artclub Köln und der Künstlergruppe Radius 4x2 in der Vaganten Bühne Berlin statt und im Oktober werden die FKT-Künstler dann in Köln zu Gast sein. Infos

Ausstellung: Auf Leben und Tod - Der Mensch in Malerei und Fotografie im Kölner Wallraf-Richartz Museum vom 17.09.2010 - 09.01.2011
Helmut Newton & Ingres, Nan Goldin & François Boucher, Jürgen Klauke & Tizian, Paul McCarthy & Wilhelm Leibl oder Jack Pierson & Bartholomäus Bruyn, das sind nur fünf der zahlreichen ungewöhnlichen Dialoge, die das Wallraf im Herbst 2010 inszenieren wird. Herausragende Arbeiten der Teutloff Photo + Video Collection treffen auf ausgewählte Werke aus der Sammlung der Kölner Gemäldegalerie. Insgesamt stellt das Wallraf mehr als 80 Exponate aus der thematisch wie qualitativ beeindruckenden Kollektion von Lutz Teutloff (Foto- und Video-kunst des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts) rund 50 selten gezeigten Meisterwerken der eigenen Sammlung (europäische Malerei vom Spätmittelalter bis zum 19. Jahrhundert) gegenüber. Im Fokus der Ausstellung stehen dabei Glanz und Elend der Gattung Mensch. Die gezeigten Menschenbilder pendeln zwischen den bestimmenden Polen Geburt und Tod, Glück und Leid sowie Zuversicht und Verzweiflung. Der direkte Vergleich zwischen Malerei und Fotografie zeigt, wie die alten Bild-, Kompositions- und Pathosformeln bis in die aktuelle Gegenwart fortdauern. Dies reicht bis zu den bewusst gewählten Zitaten in Fotografien von Künstlern wie Anna und Bernhard Blume oder Boris Mikhailov. Gleichzeitig fallen die formalen und inhaltlichen Traditionsbrüche ins Auge, die bestimmte Foto-Arbeiten der Sammlung Teutloff auf teils schockierende Weise kennzeichnen. Sie legen eine Spur zu existentiellen Themen wie „Körperbewusstsein“ oder „sexuelle Identität“, die in der alten Kunst nur selten dargestellt wurden. Infos

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